Samsung Gear360 Test

[german only]

Samsung und Insiders.eu haben mir eine Gear360 vorab vor Verkaufsstart zum Testen zugeschickt.
Die Gear360 von Samsung zeigt, dass man sich bei der nächsten Generation an Actioncams nicht mehr mit der Auswahl des richtigen Bildausschnittes aufhalten muss.

Aufstellen oder irgendwo befestigen, Aufnahme starten…..den Rest kann man dann in Ruhe zuhause schneiden, oder gleich mobil über eines der kompatiblen Samsung Smartphones hochladen.


°Aufnahmen:

Die Gear360 nimmt Videos (mit den beiden Kameras zusammen) mit bis zu 3840×1920 Pixel auf, und liefert 25,9 Megapixel Rundumfotos.

Zudem kommen zwei weitere Modi: Im Zeitraffer werden in einstellbaren Zeitabständen Fotos gemacht, und dann zu einem Zeitraffer-Video zusammengefügt. Im Videoloop-Modus…naja, da macht man kurze Videos, die in Schleifen laufen.

Bei eher schlechten Lichtverhältnissen sind die Bilder jedoch detailarm und ein wenig verrausch. Ist das Licht halbwegs vorhanden, entstehen umwerfende 360° Abbilder der Umgebung.

°Wie funktioniert das mit der Rundumsicht?

Die Gear360 nimmt mit zwei Fischaugen-Objektiven jeweils 180° nach Vorne und nach Hinten auf. Damit daraus die bekannten 360° Aufnahmen werden, müssen die Videodaten noch entzerrt werden (wegen den Verzerrungen der Weitwinkel-Fischaugen-Linsen), beide Halbbilder zu einem Bild zusammengefasst werden (Nennt man Stitching, wie bei Panoramafotos werden die Ränder beider Bilder verschmolzen), Helligkeit und Weisswert beider Bilder angeglichen, und die Bilddaten auf eine virtuelle Kugel projiziert werden.

Aber keine Angst, das passiert alles automatisch 🙂
Zum Teil in der Kamera. Das meiste davon aber erst im Smartphone bei der Übertragung der Medien per WLAN von der Gear360 auf das Samsung Smartphone.
Läd man die Dateien direkt von der SD-Karte auf seinen Rechner, wird man eine Überraschung erlaben: Statt weiterverwendbaren 360° Standartaufnahmen findet man dort nur die unbearbeiteten Rohdaten in Form von kugelig verzerrten Halbbildern. Auf dem PC erfolgt die Umwandlung in nutzbare 360° Medien dann durch den Gear360 ActionDirector.

Und 3D? Nein. Aktuell kann keine 360° Kamera auch rundum in 3D (also 2 versetzte Bilder, für jedes Auge eines) Bilder und Videos mit Tiefeneindruck erzeugen. Das ist Prinzipbedingt nur durch sehr aufwendige Konstruktionen, viel Rechenleistung, und auch dann nicht vollständig möglich.
So leicht wie bei einem Film in eine feste Blickrichtung, oder beim erzeugen der Bilder in einem Computerspiel ist das hier leider nicht.

°Was kommt, wenn die 360-Grad-Aufnahme im Kasten ist?

Zur Zeit ist es schon möglich die Rundum-Videos auf YouTube oder Facebook hochzuladen. Letzteres unterstützt auch 360° Fotos.
Für den Videoschnitt liefert Samsung eine, speziell für diese Cam aufgebohrte, Version des CyberLink ActionDirector gleich mit (als Seriennummer). Zudem wird Adobe Premiere Pro zukünftig einen Workflow für 360° Videoschnitt bieten.

Eine Funktion fehlt definitiv noch: Nachträgliches erstellen eines “herkömmlichen” nicht-360-Grad Videos/Fotos aus den Rundum-Aufnahmen auf dem Handy, mit frei wählbarem Blickwinkel, fehlt. Um schnell mal was auf Telegram, Twitter oder anderen Portalen zu teilen, die noch keine 360° unterstützen.

Ansehen kann man sich die Aufnahmen auf mehrere Arten:
Am beeindruckensden geht das natürlich mit echten VirtualReality-Brillen wie die Oculus Rift, HTC Vive, die Samsung eigene GearVR zusammen mit einem aktuellen Samsung Oberklassehandy, oder auch einfach nur mit einem der vielen Google-CardBoard Derivate fürs Android-Smartphone.
Hier kann man sich wirklich im gesamten Bild umsehen wie in der Realität. Ein Erlebnis, das bei erstmaligen VR Nutzern garantiert zu erstaunten Kommentaren führt.

Daneben kann man sich die 360° Aufnahmen, egal ob Bewegtbilder oder Fotoaufnahmen, auch auf allen üblichen Displays (Handy, Fernseher, Monitor) ansehen. Hier sieht man dann wahlweise einen Bildausschnitt, den man dann beliebig mit Tasten, Maus oder Touchgeste in alle Himmelsrichtungen, wie auch nach oben und unten, verschieben kann. Oder eine sehr kugelige und verzerrte Gesamtansicht.

Ihr könnt also auch Problemlos (noch) Nicht-VR-und-360°-Nutzer an euren aufgezeichneten Erlebnissen teilhaben lassen.

Und für alle GoogleStreetview Freunde: Man kann seine 360° Fotos auch in Streetview hochladen und damit anderen Nutzern zur Verfügung stellen.

°Und nun noch die restlichen technischen Daten:

Vergleichbar mit einem Tennisball sind die Ausmaße: 66,7 * 56,3 * 60,1 mm (152g mit 1350mAh Akku).
OLED Minidisplay, Bluetooth, Wlan 2,4&5GHz, 1GB RAM, bis zu 200GB Micro-SD-Karte, Gyroskop und Beschleunigungssensor (vermutlich um später Bilder nach dem Horizont zum Aufnahmezeitpunkt auszurichten)

Dazu wird ein schickes Ministativ mitgeliefert, dass man in die Standard-Stativaufnahmen am Kameraboden einschrauben kann, und auch als Handgriff dient.
Noch mit in der schicken Verpackung sind der Akku, eine Handschlaufe, ein Aufbewahrungsbeutel, Microfaserputztuch, Kurzanleitung, MicroUSB-Kabel und eine Seriennummer für den ActionDirector Gear360.

Und das Putztuch ist Gold wert. Ist die Gear360 doch so fummelig klein, mit drei Bedientasten, und wird durch die zwei großen Glaslinsen dominiert. Da ist es eine Kunst die Cam herauszuholen, zu montieren und zu bedienen, ohne Fingerabdrücke im Sichtfeld zu hinterlassen. Auch fallen lassen solte man dieses HighTech Produkt nicht, es wird mit Sicherheit genau auf eine der beiden hervorstehenden und ungeschützen Linsen knallen.

°(Minus) Was man durchaus noch verbessern könnte:

– Hand-Schlaufenbefestigung direkt an der Kamera statt wie bisher nur am Tripod, für zusätzliche Sicherheit bei Befestigung z.B. am Auto, Multikopter oder Kanu (falls sich das Stativgewinde löst).

– Trotz eingebautem Lagesensor hat meine Gear360 kopfüber aufgenommene Videos (bei Montage an der Decke oder Drohne) nicht korrekt gedreht. Dies muss man nacher dann wohl mit der Vindeoschnittsoftware erledigen.

– WLAN Livestream direkt von der Kamera fehlt. Man kann aktuell weder live per WLAN ins Web streamen, noch live auf dem Handy mit der GearVR-Brille zusehen. Beides wären für mich sehr wichtige Kaufargumente. Scheitern aber wohl an der zu schwachen Leistung des Bildprozessors, um das Stitching der beiden Einzelbilder und die Entzerrung des Fischauges in Echtzeit zu erledigen. Sehr schade!

– Ein Wasserdichter USB Anschluss aussen an der Kamera wäre praktisch, für Stromversorgung bei mehrtägigen Zeitrafferaufnahmen.

– Wünschenswert wären ebenfalls Automatische Fotoreihen (Fotozeitraffer, Belichtungsreihen) und generell mehr manuelle Kontrolle über die Kameraeinstellungen für Profis.

°(Plus) Und was besonders gut gelöst ist:

– Die Bedienung ist kinderleicht, und, dank dreier Tasten und detailiertem Display direkt an der Kamera, auch sehr übersichtlich ohne Smartphone zu bedienen.

– Über ein verbundenes Smartphone ist die Bedienung dann noch komfortabler, und lässt auch einige erweiterte Einstellungen und rudimentäre Profifunktionen zu.

– Die optionale und einstellbare Zeitverzögerung bei der Fotoauslösung gibt einem genug Zeit sich und seine Hand aus dem Aufnahmebereich zu entfernen.

– Es wird gleich ein gepolsterter Beutel zur Aufbewahrung mitgeliefert. Einem stabilen Case würde ich für den Transport aber definitiv den Vorzug geben. Der Beutel schützt die Linsen sicher nicht ausreichend bei einem Sturz aus der Jackentasche auf einen Steinboden.

– Spritzwassergeschützt (IP53) um die Cam auch mal im Regen oder bei schmutzigen Sportarten einzusetzen. Für unterwasseraufnahmen reicht das jedoch nicht, aber eine zusätzlich erhältliche Unterwasserhülle ermöglicht auch das.

°Tipps und Tricks:

– Stellt die Kamera so auf, dass mögichst wenig, oder am Besten gar nichts, näher als 50cm an der Kamera ist. Sonst gibt es durchaus lustige Artefakte und Überraschungen an den Schnittkanten der beiden Halbbilder zu sehen.

– Idealerweise nutzt man ein sehr dünnes stativ, einen SelfieStick mit Stativschraube, oder stellt die Cam provisorisch auf eine Flasche oder einen Zaunpfosten. Schon das mitgelieferte Mini-Dreibein ist so breit, dass es deutlich im Rundum-Foto auftaucht.

– Die erste Firmwareversion, mit der meine Gear360 ausgeliefert wurde, hat Probleme mit SD-Karten Formatierung. Also SD-Karte einlegen, dann Firmware updaten, und danach erst (auf Wunsch) die SD-Karte formatieren!

– Wird im Gear360 ActionDirector auf dem PC in den Voreinstellungen die Option “Winkel automatisch korrigieren” gewählt, dauert das Zusammenfügen und Konvertieren neuer Videos schmerzhaft lange.

– Wenn ihr Konzerte oder etwas aufnehmnt, bei dem der Ton wichtig ist, nutzt einen eigenen Audiorekorder mit gutem Mikrofon. Die Gear360 nimmt zwar Ton auf, stösst aber eben so schnell an Dynamik- und Qualitätsgrenzen, wie ein Handy. Zudem ist oft der Aufstellort der Cam nicht der ideale Platz um das Audioignal aufzuzeichnen. Einen externen Mikrofoneingang besitzt die Cam nicht.

– Das Stitching und Blending erledigt die ActionDirector PC Software deutlich hochwertiger als die Software auf dem Samsung Smartphone. Die Ergebnisse sind deutlich besser.

°Fazit:

ActionCam 2.0 mit genügend Potential um unglaublich lebendige Erinnerungen zu schaffen, und zur Zeit auch noch jede menge neugierige Blicke zu ernten.
Zur Zeit würde ich die Gear360 nur Leuten empfehlen, die auch ein kompatibles Samsung Smartphone besitzen. Es geht auch ohne, aber eben nicht wirklich komfortabel. Zudem sollte man irgendein Modell an  VR-Brille sein Eigen nennen.

Lediglich Fotografen, die selbst nicht mit auf dem Foto/Video auftauchen wollen, sind mit einer “herkömlichen” ActionCam besser bedient.
Wir werden uns die Gear360, als Ergänzung zu unseren Fotokameras, auf jeden Fall besorgen.

Zuguterletzt noch herzlichen Dank an theinsiders.eu , die uns ermöglicht haben die Gear360 noch vor Verkaufsstart ausführlich zu testen 🙂

Stefan & Andreas Oeser
Erlangen, 11.07.2016

#insidersgear360

Fire Ambient Simulator

Currently work in progress…

A living room bonfire ambient simulation. With ws2812 leds, modular chaining and arduino based Teensy3.2 control.

coming soon 🙂

MatriBox – A 256x WS2812B-RGB-LED-Matrix Show Projector with DMX, SDcard and WiFi

MatriBox Lens & BoxCurrently work in progress!

 

Stay tuned, more to come….

Hello world!

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After all those years of DIY and tinkering, I decided to start a small blog to document my hobby.

Maybe this helps others to not make mistakes I have done, create new ideas and stay in contact.

 

I am a male hobbyist tinkerer from germany, born in 1980, raised with interest in newest technology.

Sib_WorkSuitMy mother tongue is german, but my posts will be in english, available to a broader audience and the worldwide hobbyist scene.